Kinder unter 3 Jahren

Pädagogik in der altersgemischten Gruppe mit Kleinkindern unter 3 Jahren 

Hier soll ergänzend zum Gesamtkonzept auf die speziellen Bedürfnisse, Vorraussetzungen und Besonderheiten in der Arbeit mit unter Dreijährigen eingegangen werden.

8.1. Eingewöhnung

Zum Thema Kennen lernen und Eingewöhnung steht ein Flyer zur Verfügung.

Für den Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Kindertagestätte ist es für die Kinder unter drei besonders wichtig, dass sie eine stabile Beziehung zu den Erzieherinnen der Gruppe aufbauen können.

Zum guten Gelingen gehört vor allen Dingen, dass sich die Eltern in Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen so viel Zeit nehmen, wie das Kind für seine Ablösung und den Beziehungsaufbau braucht.

Durch eine intensive Zusammenarbeit und Austausch mit den Eltern können wir das Kind besser kennen lernen und verstehen und evtl. vertraute Rituale übernehmen, z.B. Schnuller und Kuscheltier beim Schlafen. Durch diesen regelmäßigen Austausch zwischen Familie und Erzieherinnen soll für jedes Kind eine individuelle Eingewöhnungsphase ermöglicht und der Übergang erleichtert werden.

8.2. Räume, Material, Ausstattung und Gestaltung 

Die Räume sind so konzipiert, dass sie in ihrer Gestaltung und Ausstattung der ganzheitlichen Entwicklung und den Bedürfnissen der Kinder unter drei entgegenkommen. Unsere Räume strahlen eine Atmosphäre aus, die zum Wohlfühlen einlädt, gezielte sinnliche Anreize und Raum zum Spielen bietet. Die Räume sind in Funktionsbereiche unterteilt, z. B. zum Essen, zur Entspannung, zum Rückzug und zum Schlafen, zur Pflege, zum Spielen, zum Umziehen und zur Bewegung.

In der Ausstattung des Raumes und im Material spiegeln sich die besonderen Bedürfnisse von Kleinkindern wieder:

 

  • kleinkindgerechte Sitzmöglichkeiten und Tische, z.B. Hochstuhl
  • Hocker für Wasch- und Spülbecken
  • Anordnen des Spielmaterials in entsprechender Höhe für die Kinder
  • Kleinkindfahrzeuge, Rutschauto, Schaukelpferd
  • Kuschelecke
  • Wickel- und Pflegebereich mit Platz für Windeln und Wechselwäsche
  • Kleinkindbesteck
  • Betten mit entsprechendem Zubehör
  • Babyphon
  • Altersgerechte Spielmaterialien („weniger ist mehr“)
  • Klemmschutz- Vorrichtung an der Türe
  • Gesonderter Bereich für die Kleinsten in der Gruppe
  • Geschützter Bereich im Garten
  • Kinderwagen für Ausflüge

8.3. Gestaltung des Tagesablauf 

Sämtliche Bedürfnisse der Kinder unter drei werden im Tagesablauf individuell berücksichtigt. Es gibt die Bedürfnisse nach Bewegung, Spiel, Ruhe, Rückzug und Schlaf.

Um den Kindern das Sammeln neuer Kräfte zu ermöglichen, steht ein separater Schlafraum zur Verfügung.

Regelmäßige Bewegung an frischer Luft, aber auch Bewegungsangebote in Spielhalle und Mehrzweckraum kommen dem großen Bedürfnis nach Bewegung entgegen und unterstützen auch die Kleinsten in ihrer motorischen Entwicklung.

Neben gemeinsamen Aktivitäten wie Sing- und Spielkreise, steht den Kindern genügend Raum und Zeit zur Entfaltung ihrer Spielideen zur Verfügung.

Die gemeinsamen Mahlzeiten, wie Mittagessen und Imbiss nachmittags vermitteln den Kindern Esskultur. Hier wird auf die individuellen Bedürfnisse und Essgewohnheiten eingegangen, z.B. entscheiden die Eltern, ob das Kind spezielles Essen von zu Hause braucht (z. B. Gläschennahrung) oder an den warmen Mahlzeiten unserer Küche teilnimmt. Bei Bedarf geben wir Hilfestellung auf dem Weg zum selbständigen Essen. 

8.4. Entwicklung und Förderung der Kinder 

motorische Entwicklung:

Die zunächst geringe, aber dann schnell zunehmende und mit Begeisterung geübte Geschicklichkeit in der Motorik, stellt besondere Anforderungen an die Raumgestaltung und die Aufmerksamkeit der Erzieherinnen. Wir bieten kindgerechte Räume, die zum aktiven Handeln auffordern und in der sich motorische Grundfähigkeiten weiterentwickeln lassen. Durch unsere Angebote bekommen die Kinder die Möglichkeit ihre Motorik auf unterschiedlichen Ebenen wie Treppen, Leitern, Rutschen zu entfalten. In den verschiedenen Räumen und auf dem Außengelände gibt es die Möglichkeit zum krabbeln, klettern, kriechen, laufen und rutschen.

Sprachentwicklung:

Nach den ersten Äußerungen findet eine rasante Entwicklung von Sprachkompetenz und Wortschatz statt. Die Sprache wird entdeckt als Mittel zur Abgrenzung („Nein“), zum Ausdruck von Interessen / Wünschen („Haben!“) und zur Erkenntnis („Warum?“). Sie hilft soziale Strukturen zu differenzieren („Ich – Du – Wir“) und die in der Umwelt entdeckten Dinge zu benennen.

Spracherwerb findet im Tagesablauf in Zweiergesprächen statt, während alltäglicher Interaktionen z. B. beim Wickeln, Anziehen, Bilderbuch anschauen oder beim Essen.

Durch Offenheit und Sensibilität für die ersten Sprachversuche fördern wir die Ausbildung der kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten der Kinder.

Spielverhalten und soziale Kompetenz:

Aus der sicheren Bindung zu der Erzieherin öffnen sich für die Kinder neue Türen: z.B. aus dem Spiel nebeneinander entsteht ein Miteinander, das wir aufmerksam begleiten.

Durch den Umgang mit anderen Kindern erweitern die zunächst noch ichbezogenen Kinder ihre sozialen Fähigkeiten und erleben sich in gemeinschaftlichen Aktivitäten als Teil einer Gruppe.

Besonders zu erwähnen ist ihre Teilnahme am wöchentlichen Singkreis, zuerst nur dabei und bald mittendrin. Sie werden von diesem Angebot besonders beeindruckt und warten schon jeden Tag darauf, ob heute Singkreis ist.

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